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Der Blogeintrag von Mark Buzinkay hatte mein Interesse geweckt. Ein Interview mit Bruno Bauer Leiter der Leiter der Uni-Bibliothek der Medizinischen Universität Wien über Bibliothek 2.0. Es ging gut los die UB hat als erste UB Österreichs ein Weblog eingerichtet. Etwas unauffällig befinden sich die Headlines des Blogs in der Mitte der Homepage der UB unter der Überschrift “UbMUW-INFO” verbirgt sich das Weblog, das aber eher den Charakter einer “normalen” Neuigkeiten Seite hat. Ein Kommentieren oder das verwenden von Trackbacks ist nicht möglich. Somit ist das “Blog” nur eingeschränkt sozial.

Aber gut weiter im Artikel. Im 2. Teil ging es dann um Innovationen. Bibliothek 2.0 ist zwar die ständige Veränderung und auch eine Innovation, aber nicht jede Innovation, die zurzeit entsteht solle und das Schlagwort Bibliothek 2.0 gestellt werden. So hat auch dieser Teil mit Bibliothek 2.0 direkt nur wenig zu tun, dann immerhin noch die Ankündigung das man Social Software nutzen möchte und sich zu einer Bibliothek 2.0 entwickeln möchte, dazu aber nicht wie man das machen möchte und was man machen möchte.

Teil 3 dreht sich einzig und um das PDA Projekt und das die Bibliothek PDA Ressourcen zur Verfügung stellt. Innovativ schon, aber nicht Bibliothek 2.0, sondern einfach das ausleihen (eventuell sogar gegen Geld) von neuen Medien.

Im Rahmen von Bibliothek 2.0 sollte Kooperation noch stärker im Mittelpunkt stehen als bisher in den Verbünden, manchmal kann einem da der Anspruch “eine unverwechselbare Identität zu entwickeln.” auch im Wege stehen. Dies sieht man gut im Bereich der Digitalisierung, wo genau unter anderen aus diesem Grund Bibliotheken nicht bereit sind ihre Digitalisate frei zu geben sonder krampfhaft an der Überzeugung des Schutzes festhalten.

Im 4. Teil geht es dann nur um die Ermittlung von Leserwünsche über das Thema Social Tagging (das zumindest noch in der Frage enthalten war) wird gar nicht eingegangen.

Zum Schluss folgt noch eine Darstellung der Wiener Aktivitäten im Bereich Teaching Library.

Fazit: Das Einrichten eines RSS Feed für News macht noch lange keine Bibliothek 2.0, der OPAC der Wiener basiert auf ALEPH und bietet auch keinen herausragenden Features, so dass der Weg zur Bibliothek 2.0 mir noch sehr sehr weit erscheint. Man sollte vorsichtig sein ein modernes Schlagwort für die eigene Bibliothek zu verwenden, wenn man das Konzept noch nicht wirklich mit Leben füllen kann. Das Interview zumindest lässt dies nicht vermuten.


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Geschrieben am Donnerstag, April 26th, 2007 um 17:00 und ist zu finden in Bibliothek 2.0. Du kannst die Antworten zu diesem Thema verfolgen unter: RSS 2.0 feed. Du kannst Antwort, or trackback von deiner Seite.

5 Antworten zu “UBMUW Wien: Innovativ: ja - Bibliothek 2.0: noch lange nicht”

  1. says:

    hallo Patrick,
    die Intention des Interviews war nicht, das Blog der MedUni Bibliothek als Bibliothek 2.0 darzustellen, sondern Bruno Bauers Gedanken zum Thema. Oder anders: wo steht diese Wiener Bibliothek auf dem Weg dorthin. Bibliothek 2.0 ist sicher ein Konzept, dass Bruno Bauer ansteuert. Wie du sagst, es ist noch ein weiter Weg. Interessant finde ich, aber dass es ein Leiter ausdrücklich als ein Ziel nennt. Wieviele kennen wir, die das auch so halten?
    mit besten Grüßen aus Dornbirn
    Mark Buzinkay

  2. says:

    Hallo Mark,

    ich wollte damit, sagen das zwischen Ankündigung und der Umsetzung gene mal Wiedersprüche herschen. Erster Wiederspruch ist Beispielweise, in meinen Augen das man keine Kommentare zu den “Blogeinträgen” zuläßt, und somit sich auch keine Trackbacks realisieren lassen. Auf dieser Ebene muss man Anfangen sich zu öffnen wenn man zu einer interaktiveren Bibliothek entwickeln möchte. Nur ein nettes Buzzword aufzunehmen um auf einen Zug aufzuspringen reicht halt nicht. Weitere deutlicher Schritt wäre, wenn Herr Bauer über seine Bemühungen in Richtung Bibliothek 2.0 in einem eigenen Blog berichten würde ;-)

  3. says:

    hi Patrick,
    ja, da gebe ich dir Recht, dass zwischen Anspruch und Realität nicht nur Differenzen, sondern manchmal ganze Welten stehen. “Bibliothek 2.0″ finde ich steht aber nicht nur für die “Web 2.0 Widgets und Tools”, die wir zwei so gerne nützen, sondern auch für eine neue Art der Bibliothek, die sich insgesamt, also nicht nur auf der “online”-Ebene den Kunden öffnen sollte. Da finde ich die Entwicklungen an der UB MedWien schon interessant. Ich kenne keine 5 Bibliotheken im deutsch-sprachigen Raum, die ein entsprechendes PDA-Konzept aufgenommen haben.

    Dass Bruno Bauer bei mir seine Gedanken zur MedUni Bibliothek los wird, dass ist auf meinem Mist gewachsen - ich habe ihn zum Interview gebeten ;D

    Aber nochmals: wir könnten mal auflisten, welche Bibliothek in unserem Sprachraum schon eine Bibliothek 2.0 ist. Das fände ich interessant…
    grüße
    -Mark

  4. says:

    [...] die Selbstbenennung der Aktivitäten mit “Bibliothek 2.0″ noch lange nicht, meint Patrick Danowski angesichts eines Interviews mit dem dortigen Direktor Bruno Bauer in der Idea Lounge von Mark [...]

  5. says:

    “Man sollte vorsichtig sein ein modernes Schlagwort für die eigene Bibliothek zu verwenden, wenn man das Konzept noch nicht wirklich mit Leben füllen kann [...]” - so beendet Patrick Danowski seine ausführliche “Rezension” des von Mark Buzinkay mit mir geführten Interviews - und ich bin gerne der erste, der ihm hier zustimmt.

    Warum dann der Blogeintrag in “Bibliothek 2.0″? - Nun Mark wollte schon längere Zeit mit mir ein Interview über die Innovationen an der UB der Medizinischen Universität Wien (vom PDA-Projekt bis zum Gesamtkonzept Teaching Library) führen, wie er es als ausgewiesener Experte in den Bereichen Informations-, Wissens- und Prozessmanagement schon mit anderen Vertreterinnen und Vertretern der BID-Szene gemacht hat; als Publikationsplattform dachte ich (wir hatten darüber im Vorfeld nicht dezidiert gesprochen) an das von Mark betriebene “MBI Blog”.

    Ich selbst kannte bis zur Veröffentlichung in “Bibliothek 2.0″ weder Titel noch Vorspann des Beitrages (von Mark konzipiert), sondern habe sechs Fragen beantwortet, von denen zwei auch auf “Bibliothek 2.0″ eingehen. Für das Interview hätte somit besser ein anderer Titel und eventuell eine andere Publikationsplattform gepasst - damit aber will ich diesen meines Erachtens bloss formalen Aspekt der Kritik (der auch in “medinfo” bzw. “IB Weblog” aufgegriffen worden ist) abschliessen.

    Nachdem mich Mark bereits früher eingeladen hat, für seinen Blog zu schreiben und diese Idee, über die “Bemühungen in Richtung Bibliothek 2.0 in einem eigenen Blog [zu] berichten” auch in einem Kommentar von Patrick Danovski unterstützt wird, werde ich mir wohl in dieser Hinsicht in nächster Zeit etwas überlegen, zumal die Kommentare zum Interview ja eine ganze Reihe von weiteren Fragen aufgeworfen haben, die es zu beantworten gilt.

    Und es ist natürlich reizvoll, sich einer Kommunikationsschiene bedienen zu können, auf die die Profis von “Bibliothek 2.0″ sofort reflektieren (wie ich nunmehr aus meinen jüngsten Erfahrungen weiss). Als interessierter Zuhörer beim Vortragsblock “Bibliotheken und Soziale Software” am 3. Deutschen Bibliothekskongress in Leipzig und als aufmerksamer Leser einschlägiger Publikationen (z.b. “Bibliothek 2.0: Die Zukunft der Bibliothek?” - Bibliotheksdienst 40. Jg., 2006, H. 11) blieb etwa die Frage unbeantwortet, wie eine traditionell aufgestellte Bibliothek mit 30 oder 100 oder gar 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die die klassischen Betätigungsfelder der Bibliotheken perfekt ausfüllen, sich in Richtung “Bibliothek 2.0″ entwickeln kann…

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