11 AM | 30 Mai

Noch mehr Web 2.0 auf dem Bibliothekartag 2008

Der Anteil an Vorträgen über Web 2.0 Themen ist beim Bibliothekartag 2008, wie nicht anders zu erwarten gestiegen. Positiv fällt vor allem auf, das das Thema in vielen verschiedenen Kontexten auftaucht. Leider bedeutet dies auch, dass in diesem Jahr 2.0 erneut dafür steht das man meist an zwei Orten, Donnerstags sogar an drei Orten, gleichzeitig sein möchte.

Die ersten Veranstaltungen zu dem Thema gibt es am Dienstag, den 03.06.2006 um 15.00 – 18.00 Uhr. Zum einen im Raum Stamitzsaal (Ebene 2) mit dem Thema „Wissensvermittlung im Benutzerdialog: Auskunft, Beratung, Öffentlichkeitsarbeit“ zu dem es die Vorträge Schöne neue PR-Welt? Weblogs in der ÖA – ÖA in Weblogs von Ute Engelkenmeier (Dortmund) und Chatten und chatten lassen… oder warum sich der Einsatz eines Chatbots für eine Bibliothek lohnt! Von S. Wolf (Berlin) und Kirsten Bettina Marschall (Hamburg) gibt.

Zum zweiten gleichzeitig dazu im Raum: Franz-Xaver Richter (Ebene 2) die Veranstaltung mit dem Thema „Metadaten: Präsentation, Retrieval und Verwaltung“ in der S. Rexhausen, und R. Hafner( beide Konstanz) über Medio Vis als Katalog 2.0 berichten. Anne Christensen (Hamburg) berichet über Bibliothekarische Dienste im Kontext des Lebenslangen Lernens. Der Katalog: Von der Inventarliste zum Entdeckungstool und ich berichte in dem Panel über „COinS und Zotero – Literaturverwaltung im Browser mit Hilfe eines HTML basierten bibliographischen Standards“

Am zweiten Tag (Mittwoch 4.6.08) diskutiert die Management-Komission des DBV im Mozartsaal (Ebene 1)die Frage „Wer bewegt das Wissen: Wo stehen wir in 10 Jahren?“, man darf gespannt sein, ob das Web 2.0 auch Teil dieser Diskussion ist. Gleichzeit gibt es aber harte Konkurrenz zu der Veranstaltung in Form des KIM Workshops im Bruno-Schmitz-Saal (Ebene 1). In dem Workshop geht es um die Frage „Sind Metadaten teamfähig oder was macht Metadatenformate interoperabel?“. Dabei stelle unter anderen Jakob Voß (Göttingen) „Strukturierte Metadaten in Wikipedia“ vor. Bernhard Haslhofer (Wien) spricht über Metadaten im Semantic Web und Tom Baker, Stefanie Rühle (beide Göttingen) stellen die Frage „Kann Zertifizierung der Modellkonformität helfen?“

Mittags (13:30 – 15:30 Uhr) gibt es dann ein Panel von Exlibris im Bruno-Schmitz-Saal (Ebene 1). Dort spricht Jørgen Dahl Madsen (Kopenhagen) über „The Danish Library 2.0-Project with Primo from Ex Libris“ und O. Breit-Ari (Jerusalem) über „Meeting the Needs of the Library Users“.

Nachmittags (16:00 – 18:00 ) kann man sich noch über den aktuellen Stand des Umstiegs von MAB2 auf MARC21 im Treffpunkt Standardisierung informieren (Raum Alban Berg (Ebene 3)) um zu hören ab wann der Einsatz von Open Source Tools wie vuFind einfacher sein wird

Am Donnerstag kann man wählen zwischen der internationalen Veranstaltung (09:00 – 12:00) „Shakers and movers of information – where do we stand internationally?“ (Wer bewegt das Wissen: Wo stehen wir international?) wo das Thema Web 2.0 nicht explizit genannt ist, jedoch vielversprechende englischsprachige Vorträge zu hören sind wie „Managing the Virtual Library“ von R. Levy (Melbourne), „A glimpse of our future environment“von Chr. Reid (Glasgow) und „What do students really want? Planning for the needs of tomorrows library users“ von G. Bulpitt (Kingston-upon-Thames)

Das gleichzeitig laufende Panel (09:00 – 12:00 ), dass im Paneltitel den stärksten Bezug zur Bibliothek 2.0 hat „Web 2.0, Bibliothek 2.0, Verbund 2.0. Zukunftsweisende Aktivitäten und Kooperationen Arbeitsgemeinschaft der Verbundsysteme“ lässt zumindest von den Vortragstiteln, nach dem wirklich Web 2.0 Bezug suchen. Von den 9 Vorträgen klingen „OCLC-Worldcat – für Bibliothekare und Endbenutzer“ von Reiner Diedrichs, „Ariadnes Faden suchen: Der Use-case CONTENTUS im theseus-Forschungsprogramm“ von Reinhard Altenhöner ( Frankfurt/M.) noch ein wenig in die entsprechende Richtung. Allein der Vortrag von Borris Jacob und Ben Kaden (beide Berlin) „Die Grenzen Sozialer Software in digitalen Bibliotheken“ stellt einen eindeutigen Bezug zum Paneltitel her, obwohl gerade hier der Begriff Bibliothek 2.0 wohl bewusst vermieden wurde.

Dritte Möglichkeit die gleichzeitig laufende Panel “ Das Ende der bibliothekarischen Sacherschließung. Alternative Formen der Inhaltserschließung“ mit den Vorträgen

„Einführung in die Verfahren und Methoden der künstlichen Intelligenz“ von H. Stuckenschmidt (Mannheim) und „Automatisierte Inhaltserschließung mit Methoden des Semantic Webs“ von K. Eckert (Mannheim) sowie „Collaborative Tagging als neuer Service von Hochschulbibliotheken“ von Christiane Krätzsch (Mannheim)

Donnerstag Mittags (13:30 – 15:30 Uhr) findet im Stamitzsaal (Ebene 2) das Panel „Semantisches Information Retrieval: Aufbruch vom Catalog Enrichment bis zum Knowledge Dienstleister des Landes“ statt.

Am Donnerstag Nachmittag geht es um „Normdaten als Bausteine der Wissensorganisation und Wissensvermittlung“ – Normdaten-Anwendertreffen Bibliothekartag 2008 mit den Vorträgen zu „Persistent Identifier für Normdaten – ein neues Service-Angebot der Deutschen Nationalbibliothek“ von A. Meyer, Frankfurt/M. und „Die „Gemeinsame Normdatei“ (GND)“ von Christiane Hengel (Frankfurt/M.) als interessanten Inhalten.

Am Freitag ( 06.06.08) Vormittag ( 09:00 – 12:00) findet im Raum Ignaz Holzbauer (Variohalle,Vario 200, Ebene 0) das Panel „Wissensorganisation mit Instrumenten des Web 2.0“ mit den Vorträgen „Bibliotheken im Web 2.0 Zeitalter“ von W. Ratzek (Stuttgart) und R. Kaiser (Lichtenfels); „Wikis als interne Wissensdatenbank in Bibliotheken am Beispiel der Stadtbibliothek Heilbronn“ von M. Ziller (Heilbronn), der Vorstellung der mit dem BIT Innovationspreis ausgezeichneten Diplomarbeit von Jin Tan (Berlin) „Bibliotheken in Second Life“; „Informationsvermittlung über Google und Wikipedia hinaus am Beipsiel der ETH Zürich“ von E. Zass (Zürich) sowie „Einsatz von implizierten Recommendersystemen in der Zeitschriftenrecherche“ von M. Spiering und M. Mönnich (Karlsruhe) und Modelle für aufgabenbasierte Informationssuche im Web“ von M. Malo (Stuttgart).

Leider ebenfalls gleichzeitig das Panel „Neue Portale und Software für die Wissensorganisation und den direkten Zugang zum Wissen“ im Raum Gustav-Mahler III (Ebene 3) in dem M. Töwe (Zürich) die Schweizer Initiative „E-lib.ch – Bausteine für die Elektronische Bibliothek Schweiz“ vorstellt.

Bleibt nur noch zu hoffen das es freien WLAN Zugang für alle gibt damit es auch einen vernünftigen Support für Blogger gibt. Auf internationalen Konferenzen ist dies ja längst Standard.

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3 Comments

  • JP

    Lieber Patrick, da die Bibliothekartags-Organisatoren jede Menge interessanter Veranstaltungen nicht unter „Fortbildungsveranstaltungen“, sondern unter „Arbeitssitzungen“ versteckt haben, ist Dir etliches entgangen. Beispielsweise Lambert Hellers „OPL 2.0“ am Donnerstag nachmittag, aber auch bibiothekarische Arbeitsgemeinschaften wie die AKThB oder die APBB, die das Thema am Mittwoch und Donnerstag nachmittag mit auf die Agenda genommen haben. Es lohnt sich, hier noch einmal zu stöbern! Grüße von Jürgen Plieninger

    31. 05. 2008 00:01
  • Ralf Zosel

    Genau! So werde ich bei der AjBD zeigen, was Juristen mit dem „Mitmach-Web“ anfangen können. Wobei ich das ganz praktisch vorführen will. Es sollen eine Wikiseite entstehen, ein Podcast, ein Weblog-Eintrag u.v.m. Ich bereite das gerade hier vor: http://www.jurawiki.de/BibliothekarTag2008Vorbereitung

    2. 06. 2008 21:37
  • Pingback:

    97.Bibliothekstag in Mannheim: Informatik und Bibliothekswissenschaften « mari*us.zierold